Datability und Datenschutz

„Big Data und Datenschutz sind kein Widerspruch. Sie sind zwei Seiten einer Medaille und gehören unauflöslich zusammen“. Professor Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes Informations-wirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) betonte im Rahmen der CeBIT in Hannover ausdrücklich die Bedeutung des Datenschutzes als wichtigste Voraussetzung für den Einsatz von Big Data-Technologien.
Eine repräsentative Umfrage der BITKOM unter Geschäftsführern und IT-Verantwortlichen von Unternehmen ab 50 Mitarbeitern zeigt, dass bereits 40 Prozent der Befragten Big Data Lösungen einsetzt oder konkrete Pläne hierzu haben. Nur ein Dritte habe sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt. Obwohl im Ergebnis der Umfrage 55 Prozent der Unternehmen angeben, bereits personenbezogene Daten zu analysieren, werden die wesentlichen Hindernisse nicht in den Anforderungen des Datenschutzes gesehen. Vorrangig nannten die Befragten der Studie hier den Mangel an entsprechenden Experten (70%) und die Anforderungen an die technische Sicherheit (61%).

In diesem Zusammenhang betont der Begriff der „Datability“, über Big Date hinausgehend, neben der Fähigkeit große Datenmengen aus unterschiedlichen Datenquellen schnell auszuwerten, insbesondere auch die Verantwortung des Anwenders bei der Nutzung, Erhebung , Auswertung und Verwendung der Daten und Analyseergebnisse. Die Bedeutung dieses neuen, von einem verantwortungsvollen und soweit datenschutzkonformen Umgang geprägten Verständnisses in der Branche zeigt auch die Diskussion zu Datability als Schwerpunktthema der diesjährigen CeBIT.

Für einen entsprechend verantwortungsvollen Umgang mit den Daten im Unternehmen schlägt der BITKOM ein transparentes Handeln im Umgang mit personenbezogenen Daten gegenüber den Betroffenen, die konsequente Anonymisierung der auszuwertenden Daten und frühzeitige Datenschutz-Folgeabschätzungen (Privacy Impact Assessments) vor. Daneben wird auch ausdrücklich der Bedarf an Schulungen und Weiterbildungen der Mitarbeiter sowohl zu den technischen Aspekten wie auch dem gesetzlichen Rahmen von Big Data thematisiert.

Hier wird klar, dass neben dem zu fordernden gesetzlichen Rahmen zum Einsatz der entsprechenden Verfahren insbesondere auch die Anforderungen an die fachliche Kompetenz der Projektteams und Mitarbeiter in den betroffenen Unternehmen in Zukunft nochmals deutlich zunehmen werden. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die häufig das entsprechende Know-How nicht in den Fachabteilungen oder dem Management abrufen können, wird dabei, neben der Beratung zum Softwareeinsatz und der IT-Sicherheit, auch der Bedarf an praxisnaher und anwendungsorientierter Beratung im Datenschutz weiter zunehmen.

Autor: Dipl.-Kfm. Matthias Herkert, Leiter Consulting

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